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Entstehung des Ärzteverbunds Oberpfalz Nord – aktuelle Zahlen und Projekte

Der Verein ÄRZTEVERBUND OBERPFALZ Nord ist ein Zusammenschluss von niedergelassenen Ärzten aller Fachrichtungen mit der primären Aufgabe, die medizinische Qualität in seinem Gebiet stetig zu verbessern. Die Leitlinien hierfür sind Humanität, soziale Kompetenz und Wirtschaftlichkeit. Im Mittelpunkt dieser Aufgabe steht der Patient.

Präambel der Satzung


Unserem eingetragenen Verein ÄRZTEVERBUND OBERPFALZ Nord, am 1. Juli 1999 in der Max-Reger-Halle in Weiden gegründet, gehören derzeit 220 aktive Kollegen in eigener Praxis, das heißt deutlich mehr als zwei Drittel aller niedergelassenen Ärzte aus Weiden und den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth an sowie niedergelassene Kollegen aus dem Landkreis Wunsiedel. Die Fachrichtungen: Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Augenheilkunde, Chirurgie, Dermatologie, Frauenheilkunde, HNO-Krankheiten, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Labormedizin, Lungenkrankheiten, Neurologie-Psychiatrie-Psychotherapie, Nuklearmedizin, Orthopädie, Pathologie, Physikalische. u. rehabilitative Medizin, Radiologie, Urologie.

Die Organisation besteht aus einer Vorstandschaft, ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern. Die Vorstandschaft besteht aus einem Vorsitzendem und zwei stellvertretenden Vorsitzenden, Schatzmeister und Schriftführer, ergänzt durch 5 Beiräte. Zusätzlich gibt es als ständige Einrichtung einen Pressesprecher. Nach außen wird unser Verbund durch gemeinsame Praxisschilder dargestellt. Wahlen finden in zweijährigem Rhythmus statt.

Unsere selbstgestellte Aufgabe sehen wir vor allem darin, Ärzte aller Fachrichtungen in unserer Umgebung enger aufeinander zuzuführen, um durch eine menschlich und technisch optimierte Zusammenarbeit unsere Mitbürger in ihren gesundheitlichen Anliegen vor Ort zuverlässig und verständlich durch eine besonders nach dem GMG sehr unübersichtliche gesundheitspolitische Landschaft zu begleiten.

Als besonderer Schwerpunkt soll die Kommunikation zwischen uns Ärzten in der eigenen Praxis und unseren Kollegen in den Kliniken zum Wohle unserer Patienten deutlich ausgebaut und vertieft werden. Hierzu besteht seit Anfang 2004 eine Projektgruppe, die sich aus den Verbundärzten, den Vorständen sämtlicher regionaler Krankenhäuser und der regionalen Apothekerschaft zusammensetzt und als ersten entscheidenden Schritt eine elektronische Vernetzung untereinander erarbeitet.

Darüber hinaus suchen wir den Dialog mit anderen sogenannten Leistungserbringern im Gesundheitswesen unserer Region. Zu diesem Zweck ist seit 2003 durch einen „Runden Tisch“ eine ständige Konferenz mit der Direktion der AOK Weiden eingerichtet. Dadurch hat sich eine gute Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arzt und Krankenkasse im regionalen Bereich gebildet. Es gelingt so auf kurzem Weg der Abbau von Hindernissen im persönlichen und sachlichen Umgang miteinander. Es wird über aktuelle Themen konferiert, es werden konstruktive Problembewältigungen vorgenommen und gemeinsam Wege zu optimierter Kommunikation erarbeitet. Aktuell stehen neben anderem die Themen Desease Management Programme und Integrierte Versorgung im Mittelpunkt. Kürzere Wege der Information und des Gedankenaustausches gibt es mittlerweile auch mit weiteren großen Kassen der Region.

Unsere Aktivitäten sind immer wieder auch koordiniert mit unseren benachbarten Ärzteverbünden und –netzen in Amberg/Sulzbach und Regensburg. Wir stehen dabei in engem Schulterschluss mit unserer Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in Regensburg und sind ständiges Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Praxisnetze.

Analog zum Bereich Amberg/Sulzbach und Regensburg wurde im Dezember 2001 mit dem Landesverband Bayern der BKK ein Praxisnetzvertrag für den ÄRZTEVERBUND OBERPFALZ Nord abgeschlossen. 150 Ärzte aus unserem Bereich nehmen an diesem Vertrag teil. Er soll in unserer Umgebung die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung und die optimale Nutzung komplementärer Versorgungsangebote weiter verbessern. Trotz der sozialpolitisch zunehmend begrenzten Möglichkeiten der Kassenärzte werden die gemeinsamen Anstrengungen darauf abzielen, Wirtschaftlichkeitsreserven in unserer Region zu aktivieren, solange dies unter Verbesserung oder Wahrung medizinischer Qualität möglich ist.

Weitere Arbeitsfelder unseres Verbundes sind:

  • Regelmäßige und breit angelegte Mitgliederkommunikation durch Rundfaxe zu aktuellen Themen und zur Übermittlung von Einladungen mit Rückfaxmöglichkeit zum Abfragen von Meinungen und Standpunkten, für den internen Gebrauch stehen den Mitgliedern für die telefonische Kommunikation auch die Privatadressen und Nummern zur Verfügung
  • Erarbeitung von Leitlinien für Diagnostik und Therapie. Ausbau und Neugründungen von Qualitätszirkeln und die regelmäßige Teilnahme an ihnen, bei Bedarf Bildung von Arbeitsgruppen zu anstehenden aktuellen Themen sowie weitere Zusammenkünfte des Verbundes wie Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen, Vortragsabende klassischer Art, seminarartige Fortbildung in kleinerem Rahmen mit mehreren Referenten, auch zusammen mit der KV oder Berufsverbänden. Erster Kongress des Ärzteverbundes im Dezember 2002 in der Stadthalle Neustadt/WN „Kommunikationstechnologie in Arztpraxis und Klinik“
  • regelmäßige seminarartige Fortbildungen (medizinisch mit Zertifizierungspunkten, betriebswirtschaftlich – juristisch ohne Fortbildungspunkte)
  • Intensivierung des Kommunikationsprozesses untereinander und als Zielprojekt mit den Abteilungen der Krankenhäuser zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen. Dazu Einführung einer elektronischen Patientendatei, in der alle wichtigen Befunde, Anamnese, Diagnosen und Therapien standardisiert enthalten sein sollten, wenn der Patient von ambulant nach stationär oder umgekehrt geht.. Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus soll der Patient mit den aktuellen Diagnosen und Therapieempfehlungen ausgestattet sein, vor der geplanten Entlassung sollen Koordinierungsgespräche zwischen Klinik- und Vertragsärzten eingerichtet werden. Ärztliche Kooperation und Benachrichtigung bei Fällen von Selbsteinweisung von Patienten,
  • Bei bestimmten Diagnosen kann vor einer stationären Einweisung eine Zweitmeinung eingeholt werden.
  • Bessere Koordinierung der ambulanten Pflege mit dem Ziel, dass der Patient in häuslicher Umgebung so lange wie möglich behandelt werden kann.
  • Arzthelferinnenfortbildung, besonders als Ergänzung zum Angebot des Ärztlichen Kreisverbands
  • Patientenfortbildung, z.B. Aufarbeitung medizinischer Themen bei gemeinsamen Veranstaltungen mit Patienten, z.B. Buchbesprechung „Hauptsache Gesundheit“ 2001 im Evangelischen Gemeindehaus in Weiden oder Vorträge zu Essverhaltensstörungen wie zuletzt im Herbst 2004 in der Max-Reger-Halle in Weiden sowie nicht zuletzt Mitgründung und Betreuung von Patientenselbsthilfegruppen

Weitere Ziele:

  • Überschaubares und günstiges Qualitätsmanagement mit späterer Zertifizierung
  • Verbesserte Zusammenarbeit im Rahmen der Integrierten Versorgung mit dem im Jahr 2005 gegründeten Krankenhausverbund Nordoberpfalz, gerechte Lastenverteilung zwischen Praxis und Klinik
  • durch persönlich intensivierten Kontakt verbesserte Schnittstellen zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen
  • Qualitäts- und leitliniengestützte Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten
  • gemeinsame Umsetzung von IGEL - Angeboten und -Leistungen