Zlatı potok
Bild unten: Goldbachhütte im Winter

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Zlatý potok - Goldbach: Geschichte -historka

Stiller und verlassener Ort, hinter dessen Bezeichnung sich die Erinnerung an mittelalterliche Goldwäschereien verbirgt. Viele Jahrhunderte später wurde hier ein Glasbetrieb errichtet. Seine Anfänge waren höchst dramatisch. Kurz nach ihrer Gründung im Jahre 1736 zerstörten die Glashütte die Untertanen aus dem benachbarten Waldheim, um so eine unerwünschte Konkurrenz loszuwerden. Die Waldheimer wiederholten ihren Ausfall nochmals 1737, als sie die renovierte Hütte erneut abbrannten. Erst 1739 wurde zwischen den konkurrierenden Glasunternehmen ein Waffenstillstand ausgehandelt und der Glasherr Michael Fuchs vermochte sich ungestört seiner Tätigkeit zu widmen. Der Betrieb erzeugte vor allem Tafelglas, das nach Böhmen, Bayern und Sachsen verkauft wurde. Fuchs starb 1767, sein Grabstein ist noch im Presbyterium der Kirche von Lesná erhalten.

Die Hütte erwarb dann der Glasmeister Jan Kaspar Lenk, ein reicher Mann, der alle fünf Glasbetriebe der Tachauer Herrschaft gepachtet hatte. Für ihn arbeiten in der Hütte 11 Glasarbeiter, die einen französischen und einen deutschen Glasofen mit vierzehn Schmelzpfannen verwendeten. Im Unternehmen halfen weiter 15 - 33 Hilfskräfte. An Lenk, dessen Reichtum auf eine halbe Million Gulden geschätzt wurde, tritt das launische Schicksal des Glashandwerks deutlich zutage. Nach 30 Jahren Tätigkeit im Tachauer Gebiet verliess er die Stätte seines Wirkens angeblich als Bettler.

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Der Glasbetrieb wurde 1894 eingestellt.

Seitdem war die Zahl der Häuser und Einwohner von Goldbach schnell im Sinken begriffen. Im 20. Jh. standen hier nur noch eine Wirtschaft, eine Forsthütte, eineJagdhütte und das Haus für die Glasarbeiter. Die Hütte lag am Bach rechts über dem kleinen Fischweiher und ist verschwunden, ohne sichtbare Spuren hinterlassen zu haben. Der Ort des alten Glasbetriebs ist heute landwirtschaftlich genutztes Grünland.

Die auffallendsten Ruinen sind von der Arbeiterunterkunft übriggeblieben, die als Schule genutzt wurde. Ihre Ruinen befinden sich nahe der Kreuzung mit der roten Markierung Nr.1. Am Weg, der zum bayerischen Altglashütte führte, sind Reste weiterer Häuser. Etwa 500 m vom verschwundenen Dorf ist ein kleiner Felsen mit einem alten gusseisernen Kreuz, dessen Bedeutung noch niemand erklären konnte. Unweit davon befindet sich im Wald eine Reihe von Steinsäulen, die an das verwüstete herrschaftliche Gehege erinnern.

Ein aufmerksamer Besucher  macht auf das geheimnisvolle phosphoreszierende Moos aufmerksam, das in Vertiefungen schimmerte, den sog. "Fuchslöchern" unweit von Goldbach. Wer genügend Zeit aufbringt, Sinn für Romantik und ein wenig Glück hat, der findet auch heute noch eine kleine Höhle, in der bei günstigen Lichtverhältnissen das zauberhafte Moos tatsächlich aufblitzt.

Gegenwärtig gehört der Bereich von Goldbach zu den schönsten Winkeln dieses Teils des Böhmischen Waldes. 1993 entstanden hier in den Ruinen der älteren Gebäude zwei Wochenendhäuser. Das eine von ihnen wurde zum Informationszentrum und als Unterkunft für Skifahrer ausgebaut. Wanderer im Sommer und Skiläufer im Winter kehren an den Wochenenden gern ein. Hier triftt sich Bayern und Böhmen wieder wie früher.


langlauf_1934Foto aus dem Jahre 1934 zeigt Anfänge des Skilaufens in Goldbach . Der Blick geht in nordwestliche Richtung. Im Bildhintergrund ist das Gasthaus zu sehen, rechts davon das Forsthaus, heute steht dort die Hütte des SK Zlaty potok, die im Winter jeden Sonntag ab 10 Uhr geöffnet ist.

 

Eine Gruppe Skifahrer im Jahre 1934

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